Sebastian Gahler Trio

Sebastian Gahler (Piano), Nico Brandenburg (Bass) und René Marx (Drums) bezeichnen sich selbst als „Working Band“: Seit 2003 spielen die hochkarätigen Musiker viel und regelmäßig zusammen, zum Teil auch in anderen Formationen. Ein Vorteil, der sich vor allem bei freien Improvisationen auszahlt: Das Trio ist bestens eingespielt, die Solisten verstehen sich blind, und dennoch verkommt kein Konzert zur Routine.
Das Sebastian Gahler Trio steht für modernen Triojazz, sämtliche Stücke sind Eigenkompositionen des Bandleaders Sebastian Gahler. Singbare, eingängige Melodien schweben über allen Titeln und lassen deren komplexen Harmonien und sehr abwechslungsreichen, teils äußerst vertrackten Rhythmen fast vergessen. Die Stücke muten lyrisch, manchmal fast melancholisch an, immer überstrahlt von Gahlers sehr eigenem Pianoklang. Live arbeitet das Trio bisweilen mit Gastsolisten zusammen, etwa den Jazzsaxophonisten Wolfgang Engstfeld und Claudius Valk oder der Jazzsängerin Inga Lühning. Bei Auftritten auf diversen Festivals, u.a. bei der Düsseldorfer Jazz Rally und dem Jazzfestival Viersen, hat sich das Sebastian Gahler Trio bereits einen Namen gemacht. Für das renommierte Fachmagazin „Jazzthing“ ist das Sebastian Gahler Trio schon jetzt ein aufgehender Stern am deutschen Jazzhimmel: Gahlers Debüt „Meditation“ erscheint 2009 in der Reihe „Jazz thing Next Generation“ (Double Moon) – ein Ritterschlag in der Jazzszene und eine Ehre, die jährlich nur vier deutschen Newcomern zuteil wird. Auch John Taylor, international gefeierter Jazzpianist (u.a. Kenny Wheeler, Jan Gabarek, Gil Evans, Peter Erskine) und Gahlers ehemaliger Lehrer an der Hochschule für Musik in Köln, hat für „Meditation“ nur Lobeshymnen übrig: „This is a skilful and impressive debut.“ Sicher ist: Vom Sebastian Gahler Trio wird man noch einiges hören.

Die Musiker
Sebastian Gahler (*1978), Piano, entdeckte seine Liebe zum Jazz während eines Highschool-Aufenthalts in Wadena, Minnesota (USA), wo er bei verschiedenen Lehrern Klavierunterricht nahm und erste Big-Band-Erfahrungen sammelte. In Düsseldorf nahm er zunächst privaten Unterricht beim Jazzpianisten Buddy Casino (Helge Schneider) und studierte dann Jazzpiano bei Robert-Jan Vermeulen an der „Hochschule der Künste” in Arnheim (NL). Anschließend absolvierte Gahler ein einjähriges Studium der Ton- und Bildtechnik an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Von 2001 bis 2007 studierte er Jazzpiano (IP und KA) an der Musikhochschule Köln in den Klassen von Hans Lüdeman, Hubert Nuss und John Taylor. Das Studium schloss er als diplomierter Jazzpianist ab. Gahler besuchte zahlreiche Workshops und Masterclasses, u.a. von Barry Harris, Julian Joseph, Adam Nussbaum und Jacky Terrasson. Während eines Workshops der Berklee School of Music in Deutschland erhielt ein 5000 Dollar-Stipendium für das renommierte Bostoner Musikcollege.
Seit einigen Jahren leitet Sebastian Gahler mehrere Konzertreihen in Düsseldorf. Er musiziert dabei nicht nur gemeinsam mit erfahrenen und etablierten Künstlern aus dem ganzen Bundesgebiet, sondern betreibt auch Talentförderung, indem er regelmäßig junge Musiker z.B. aus der Kölner und Essener Jazzszene einlädt. Gahler versteht sein Engagement als
kulturelle Verpflichtung: „Es ist wichtig, dass man die Jazzmusik in der Stadt am Leben hält und als Livemusiker präsent ist.“
Nicolas Brandenburg (*1970), Kontrabass, absolvierte ein einjähriges E-Bass-Studium am American Institute of Music in Wien, wo er u.a. Unterricht bei Bob Harisson (Airto Morerira / Flora Purim) nahm. Darauf folgte ein E-Bass-Studium an der „Hochschule der Künste“ in Arnheim (NL), mit Nebenfach Kontrabass bei Henk Haverhoek (u.a. Dexter Gordon). Nach seinem Abschluss ging Brandenburg für ein Kontrabass-Aufbaustudium bei John Goldsby (WDR Big Band) an die Folkwang Universität Essen. Während und nach der Studienzeit nahm Brandenburg an zahlreichen Workshops teil, u.a. bei Richard Bona sowie am Banff Workshop in Alberta, Kanada. Seit 2005 nimmt er privaten Kontrabass-Unterricht bei Wlodomirz Gula, dem ersten Solobassisten der Düsseldorfer Symphoniker.
Brandenburg war Bassist beim international renommierten Flamenco-Gitarristen Rafael Cortés, mit dem er auf vielen namhaften Jazzfestivals, bei Konzerten und mehreren Radio- und TV-Aufzeichnungen spielte. Er tourte mit der persischen Sängerin Nooshafarin und dem kurdischen Sänger Ciwan Haco, spielte das Debutalbum des Londoner Sängers John Gibbons (Backing Vocals bei Cat Stevens, Boy George u.a.) ein und beteiligte sich am World Dance Ensemble „Raw Artistic Soul“, einem multikulturellen Projekt von 13 Musikern aus sechs verschiedenen Nationen unter der Leitung des Kölner Produzenten Phil Kullmann. Desweiteren spielte er schon für mehrere Produktionen des Düsseldorfer Schauspielhauses.
René Marx (*1972), Schlagzeug, spielte mehrere Jahre Klavier, bevor er im Teenageralter zum Drumset wechselte. Als Vorbild gibt er den legendären Jazz- und Big-Band-Schlagzeuger Gene Krupa an, der Marx für die Jazzmusik begeisterte. Marx studierte bei Keith Copeland und Michael Küttner an der Musikhochschule Mannheim. Schon während des Studiums trat er bei Konzerten mit großen Namen wie Reiner Witzel, Olaf Polziehn, Jürgen Seefelder auf. Bald entwickelte er sich zum absoluten Swing-Spezialisten: Marx war Mitglied der ersten deutschen Neo-Swing-Band „The Swingvergnügen“ (CD: Road Rage, SPV), mit der er zahlreiche Konzerte und TV-Auftritte absolvierte. Darüber hinaus spielte er die Jubiläums-Tournee zum 80. Geburtstag von Hazy Osterwald und trat u.a. mit dem amerikanischen Swinggitarristen Marty Grosz, „Engelbert Wrobel’s Swing Society“, „Echoes of Swing“, Wolfgang Engstfeld und Señor Salsa auf.
Aktuell spielt Marx u.a. im Gary Fuhrmann Quintett und in der Indigo Jazz Lounge, zudem wird er immer wieder für Engagements des Düsseldorfer Schauspielhauses und der Philharmonie Rheinland-Pfalz gebucht.